Chece WonS RamE HAT MiR TRADE GMOCHT. NuEs LiEsE Archi Renate Lechner plaudert mit... Weihnachten steht vor der Tür, und da darf ich mit einem Künstler, der in seinen Shows das Publikum in die richtige Stimmung versetzt - sich außerdem immer wieder in den Dienst der guten Sache stellt - aufwarten. Michael SEIDA ist einer der vielseitigsten Künstler Osterreichs. Leiden- schaft und Hingabe spürt man in allem, dessen er sich verschreibt. Michael SEIDA, 1964 in Wien geboren, lernte sich selbstständig, mit eisernem Willen Stepptanzen. Seine Live-Konzerte mit Rock, Folk, Pop, Swing, Gospel- Musik berühren und sind immer von Top-Musikern be- gleitet. Dem Weltklasse-Entertainer der u. a. amerika- nisches Liedgut in eigener, wienerischer Übersetzung singt, gelang mit dem Titel „Unsa Voda", 2010 ein Hit in der Austropopszene. 2014 wurde ihm von Bürgermeister Michael Häupl der Goldene Rathausmann verliehen. Lieber Michi, nun dürfen wir uns auf einen Einblick in dein Leben und deine Aktivitäten freuen: Renate: Wie stehst du zum traditionellen Wienerlied? Michael: Ich bin damit aufgewachsen, weil es meine Eltern gerne gehört haben. Zum Beispiel durch Heinz Con- rads, das waren die ersten Sendungen die ich gesehen habe, dadurch fand ich Zugang. In späteren Jahren führte mich ein Kumpel zum legen- dären Schmid Hansl. Herrlich! Ein Lokal, welches bis vor einigen Jahren das letzte Wiener Konzertcafé war, indem sogar die unvergessenen Herren Moser und Hörbiger das Wienerlied zum Besten gaben. Dort lernte ich die Musiker Rudi Luksch und Gerhard Heger kennen und kam mit dem Wienerlied so richtig in Kontakt. Sie kannten mich durch meine Rat-Pack „auf unsa Sproch" Konzerte und wir hat- ten von Beginn an ein freundschaftliches Verhältnis. Oft bin ich nach Konzerten zu den Jungs um die Wienermusik zu hören und manchmal auch mit ihnen zu singen. Ein Wienerlied zu singen, ist eine ganz eigene Kunst. Renate: Künstlerisch hast du dich jedoch in eine andere Richtung entwickelt. Michael: Mein Interesse für Musik und Tanz begann mit 15. Ich hörte die Bee Gees und gab in der Disco den sha- kenden John Travolta. 5 Jahre später legte ich mit dem Breakdance nach und nach weiteren 3 Jahren begann ich mit Fred Astaire und dem Stepptanz, Swing & Jazz. Man kann also sagen, dass ich die ersten 15 Jahre mei- nes künstlerischen Lebens als Tänzer erlebt habe. Aber ich wollte auch von ganzem Herzen Sänger werden um ein Allround-Entertainer zu sein, Ich habe darauf geach- tet wie Entertainer singen, sich bewegen und ihre Künste zum Besten geben, um davon zu lernen es in meinen Stil einzubinden. Renate: Musst du täglich steppen trainieren? Michael: Nein zum Glück nicht mehr. Stepptanzen ist bei mir wie Radfahren, das brauche ich nicht mehr jeden Tag zu trainieren. Mir ist tägliches Training wichtig, um fit zu bleiben und Körper und Geist beweglich und geschmei- dig zu halten. Renate: Du warst Staatsmeister im olympischen Kampf- sport Taekwondo, hilft dir das? Michael: Für die Disziplin, für die Körperbeherrschung, die Gelassenheit, ja sehr. Ich trainiere seit ich 14 Jahre bin, tue es immer noch und halte mich dadurch immer in Form. Kampfkunst ist meine körperliche und geistige Grundhaltung für alle Tätigkeiten in meinem Leben. Die Kampfkunst ist dazu da, um ein besserer Mensch zu wer- Renate: Zurück zur Musik. Was hat dich inspiriert das „Rat-Pack" zu interpretieren? (Anm: Frank Sinatra, Dean Martin, Sammy Davis jr). Michael: Das war die Swing Musik, die mich als Stepptän- zer ständig begleitet hat und so lag es auf der Hand, mich auch gesanglich in diese Richtung entwickeln zu wol- len. Die „Smoking-Sänger aus Las Vegas" haben mich schwer beeindruckt. Ein einfacher Einstieg war es nicht, denn Swing Musik à la Frank Sinatra, wird in einem an- deren Timing gesungen als andere Musikstile. Ich habe ein Jahr mit einem Coach gearbeitet und täglich geübt. In Dean Martins Country Touch zu singen ist da einfacher, das heißt: Feeling, nix ernst nehmen, am wenigsten sich selbst, aber schauen, dass du richtig singst. Renate: Wann bist du dann damit das erste Mal aufgetreten? Michael: Am 1. April 2002 war Premiere im Akzent The- ater. Und das hat schon viel Wind gemacht. Mit der Big Band von Richard Österreicher, Top Musiker, die „creme de la creme" der österreichischen Musikszene, das war schon ein Knaller. Den Leuten hat's taugt, und das Ge- heimnis des Erfolges war die Ubersetzung ins Wieneri- sche. Renate: War das deine Idee? Michael: Ja. 2 Jahre davor habe ich ein Lied von Frank Si- natra „Bad Bad Leroy Brown" übersetzt in „Bad Bad Sei- da Bua". Die Geschichte des Liedes schrieb ich mit einem Augenzwinkern auf mich selbst. Die begeisterte Reaktion des Publikums gab den Anstoß, zukünftig alle Lieder ins Wienerische zu übersetzen. Renate: Die Entstehung deiner Übersetzung von „My Way", hat ja auch eine berührende Hintergrundgeschichte. Magst du sie kurz erzählen? Michael: Gerne. Ich bin zu meiner Mama nach Hause, hab' ihr erzählt was ich mach' und ihr „My Way" vorge- sungen. Erwartungsgemäß war sie begeistert. Weil: „Der Bua kann nix verkehrt machen". Sie hat mich gefragt: „Um was geht's eigentlich bei dem Liadl?" Ich hab's ihr dann übersetzt, zuerst noch Zeile für Zeile. Dann hab ich gesehen wie sie sich selbst in der Geschichte sieht und eine Träne verdrückt hat. Sie sagte: „Jetzt weiß i worum es geht". Ich hab mich bedankt, sie abgebusselt und gewusst, was ich zu tun hab'. Bin heimgefahren und hab' in derselben Nacht noch „My Way" fix und fertig über- setzt. Ich war echt happy und zufrieden, bin um 6.30 Uhr ins Bett gegangen und mir gedacht ,phaa, i hab' My Way übersetzt". Da dachte ich, des is des Geheimnis, da pas- Renate: Wie kam es dazu, dass du die Rechte des Urhebers für deine Übersetzung von „My Way / Mei Weg" bekommen hast? Michael: Als ich 2015 in der Stadthalle mit Richard seiner Big Band 100 Jahre Frank Sinatra" gespielt habe, haben wir sicherheitshalber - man weiß ja nie - live mitgeschnitten. Die Plattenfirma hat mich damals gefragt, ob ich nicht ein Album draus produzie- ren möchte und ich habe - unter der Voraussetzung, dass ich die Rechte für die Übersetzung von „My Way / Mei Weg" von Paul Anka bekomme - mit Freuden zugesagt. Die Plattenfirma hat dann in meinem Namen alle Titel- anfragen an die Urheber versandt. Das Warten hat monate- lang gedauert. Im Endeffekt haben wir die Rechte für 9 Lieder bekommen und darunter war der letzte Song „My Way". Also hab ich jetzt ganz offiziell die Genehmigung von Paul Anka für meine Übersetzung und darauf bin ich von ganzem Herzen stolz. Renate: Weltweit gibt es nur fünf genehmigte Übersetzun- gen, auf welcher Produktion ist deine zu hören? Michael: Auf der Aufnahme „Seida singt Sinatra, live in der Wiener Stadthalle". Renate: Das ist ein Riesenerfolg. Was ist Erfolg für dich? Michael: Das ist für jeden Menschen individuell. Haupt- sächlich wird Erfolg mit Geld, Bekanntheit und einem Gesicht in den Medien bewertet. Für mich persönlich ist Erfolg, wenn ein Mensch das macht, was er gerne macht und er glücklich ist damit. Alles andere ist eine Bewertung Renate: Soul Music und R&B reizt dich nicht? Michael: R&B Music finde ich super, aber da sind wir beim Thema. Ich möchte in erster Linie kein reproduzierender Künstler sein. Das war ich am Anfang. Ich hab für mein letztes Album ein Lied geschrieben mit dem Titel: „Helden meiner Welt" und die letzte Strophe ist: „A jeder Traum im Leben, hat a Vurbild und a G'sicht, der Rest der liegt an dir, dann schreibst du dei eign'e G'schicht". So möchte ich das handhaben. Ich möchte Musik machen, die ich Renate: Wie ist dir der Hit „Unser Voda" gelungen? Michael: Das war lustig. Mit meinem damaligen Coach Karl Handla, ist der Text in einer halben Stunde entstan- den. Eigentlich ist es a Wuchtl, denn ich wohnte damals in Grinzing und Karl in Hernals. Ich würd' das niemals so meinen, niemals hätt ich so über meinen Vater gedacht. Da ist viel zu viel Liebe und Respekt. Dass daraus ein Hit wird, habe ich mir nicht erwartet, mich aber sehr darüber gefreut. Renate: Der wurde jedoch sehr oft im Radio gespielt. Michael: Wobei „I steh im Stau" ist mehr im Radio gelau- fen. Aber der „Voda", bleibt halt mehr im Ohrwaschl. Renate: Werden dich deine Comedy-Auftritte in Zukunft mehr beschäftigen? Michael: Das war eigentlich nur ein Sidestep. Dazu kam es, weil meine Frau gesagt hat, „Michi, du hast schon so viel erlebt, du solltest ein Buch schreiben". Aber es gibt schon so viele Bücher auf der Welt, jeder schreibt über sein Leben, und mögen es auch Erfolge sein, ich seh' mich nicht darin ein Buch zu schreiben. Zumindest jetzt nicht, vielleicht in 20 Jahren. Aber ich könnte die Bonmots raus- pflücken und eine Comedy draus machen. Nicht sarkas- tisch über jemand anderen Witze reißen oder die graus- lichen Dinge die passieren lustig verpacken, sondern einfach über mein Leben erzählen. Geschichten in denen sich die Leute in gewissen Situationen wiedererkennen. Zum Beispiel wie ich meine erste Freundin kennen- lernte oder über die Schülerliga - es hat ja fast jeder Mann in einer Schülerliga gespielt. Das hatte bei der Premiere SIRTAKI SCHRAMMELN Donnerstag 17. Jänner, 19.30h Donnerstag 21. März, 19.30h (Premiere) Restaurant Achillion, 1160 Wien Ottakringer Straße 233 Res.0676-6303228, 0664-1607789 facebook.com/sirtaki-schrammeln www.sirtaki-schrammeln.at zufolge, dass die Veranstaltung statt 2 Stunden 4 Stunden gedauert hat und alle sind geblieben. Renate: Was liegt dir in Zukunft am Herzen? Michael: Mein neues Album. In den letzten Jahren hab ich einiges über mich gelernt, ich arbeite sehr viel an meiner Persönlichkeit, an dem was ich wirklich bin und was mich ausmacht. „Ausse' aus dem Kopf, eine ins Herz" das ist die Devise. Für mich geht es um viel, viel mehr. Der Gla- mour und das Ego interessieren mich nicht. Wenn man offenen Herzens ist, hört man das in meiner Musik. Möge ich viele damit erreichen. Renate: Wie wird dein nächstes Album aussehen, wel- chen Stil wird diese CD beinhalten? Michael: Folk, Rock, Country, Gospel. Der Sound den ich schon im Album „Leben" und „Augen auf dein Traum", hatte. Je nachdem wie wir es instrumental anlegen wol- len, ich hab' noch viele Ideen und lass' mir Zeit. Es ist mein erstes Album das keinen fixen Veröffentlichungster- min hat, voraussichtlich nächstes Jahr im Sommer. So viel Zeit hab ich mir noch nie genommen, aber ich seh' wie wichtig das ist, weil die Entwicklung die ich selber durch- mache, auch meine Ansichten verändert. Renate: Mit einem Song von dir, lieber Michael Seida: „Liebe wird's immer geben", der den wunderschönen Satz: „Weg vom Ego, weg vom Schmerz, was die Welt braucht ist vü mehr Herz", beinhaltet, darf ich mich bei dir für deine Zeit und deine Ehrlichkeit herzlichst bedanken. Dir, deiner Familie und unseren Leserinnen ein frohes Fest und ein tolles 2019. ©Renate Lechner