Renate Lechner plaudert mit... Liebe Augustin-Freunde! In dieser Ausgabe, darf ich mit einem Könner und Gönner rund um das Wienerlied und vielen anderen Genres, ein Gespräch führen. Hermann MACEK, Musikverlag den Beruf des Buch und Musikverlegers. Er war bei Professor Robert Stolz beschäftigt und zuständig für dessen Musikverlag sowie für die Notenorganisation der Johann Strauß-Aufnahmen in Berlin, mit den Berliner Philharmonikern, in der Zeit von 1967 bis 1971. Als Selbständiger hat er einen eigenen Musikverlag und eine Schallplattenfirma gegründet und die Schwerpunkte auf Produktionen der Volksmusik und des Wienerliedes gelegt. Hansl Schmid, Walter Heider, Christl Prager, Horst Chmela, Hermi Lechner und Rudi Luksch, um nur einige der namhaften Künstler zu nennen, konnten damals her- vorragende Produktionen aus der Wiege heben. In vielen seiner Funktionen war Hermann Macek u. a. Präsident des Verbandes Österreichischer Textautoren sowie Vorstandsmitglied und Schatzmeister der AKM. Nun lieber Hermann darf ich dich bitten, unseren Lesern über dein Wirken - speziell für Interessierte rund um den Verein „D'echten Weaner" - zu erzählen: Renate: Du warst 1986 Mitbegründer des Wienerlied- vereins „D'echten Weaner" (auch DEW genannt). Gib uns einen kleinen Einblick zur „Gründerzeit". Hermann: September 1986 saßen Lothar Steup und ich beim „Binder Peter" und plauderten. Lothar hatte die Idee, einen Wienerliedverein zu gründen, da es damals „über der Donau", nichts Derartiges gab. Ich war sofort Feuer und Flamme und wir begannen Vorstandsmitglieder für den neuen Verein zu suchen. Renate: Wer waren damals die Gründungsmitglieder? Hermann: Lothar Steup als Obmann, ich als Vizeobmann, Prof. Karl Hodina, Adi Stassler, Kurt Fauland, Ing. Josef Szerencsi, Friederike Wehofer, Silvia Berghuber, Vera Pummer und der sehr engagierte Bezirksrat Josef Sebek. In dieser Zusammenstellung wurde der neue Wienerlied- verein gegründet. Renate: In den vielen Jahren des Bestehens des Vereins kamen auch neue Vorstandsmitglieder dazu, andere sind wie zuletzt z. B. Rudi Luksch, der 30 Jahre musikalischer Leiter war, ausgeschieden. Hermann: Ja, Rudi Luksch war ca. 30 Jahre im Vorstand. Neue Vorstandsmitglieder waren u. a. Pipi Christmann, Kurt Jelinek, Uli Wehofer, Sigi Preisz, Herbert Rimpl und Prof. Franz Pilz als Obmann nach dem Ableben von Lothar Steup. Renate: Warum hast du nicht die Funktion des Obmanns übernommen? Hermann: Ich war immer gerne in der 2. Reihe und konnte dadurch sehr viel bewegen. Renate: Wann begann die Ära des BV Kurt Landsmann? Was sind da deine Erinnerungen? Hermann: Nachdem Prof. Franz Pilz verstorben ist, war ich kurz interimistischer Obmann und wir überlegten wie es weitergeht. Kurt Landsmann war bereits Ehrenpräsident und nachdem er als Bezirksvorsteher in den Ruhestand ging, konnte er sich den „Echten Weanern" widmen. Er war Langzeitpräsident und durch seine politischen Ver- bindungen sehr umtriebig für den Verein. Kurt legte sehr viel Wert auf meine Meinung, dadurch wur- den Entscheidungen immer in Absprache mit mir getroffen, ich war, wie man so schön sagt, die „graue Eminenz" des Vereins. 2016 sind aufgrund des Alters von Kurt (87), viele Belange an mich übergegangen und ich habe die letzten zwei Jahre, Veranstaltungen usw. mit Hilfe von engagier- ten Vorstandsmitgliedern auf die Beine gestellt. Renate: Der Verband Österreichischer Textautoren (VOET) pflegte viele Jahre die Freundschaft und Zusammen- arbeit mit den „Echten Weanern". Ende des vergangenen Jahres, im Rahmen einer außerordentlichen Generalver- sammlung, wurden die Vorstandsmitglieder des VOET zum neuen Vorstand des Wienerliedvereins: „D'echten Weaner" gewählt. Somit hast du an dem Weiterbestehen des Vereins maßgeblich mitgewirkt und der Fortführung steht nichts mehr im Wege. Hermann: Rund um meinen 80. Geburtstag habe ich an eine Verjüngung der „Echten Weaner" gedacht. Ich suchte gemeinsam mit meinem Freund und Vorstandskollegen Dr. Karl Holleschek einen Nachfolger. Es waren einige Interessenten, jedoch die Entscheidung an den Vorstand des VOET heranzutreten, ist für die rund 400 Mitglieder und das Publikum, eine für beide Seiten äußerst gewinn- bringende und repräsentative. Renate: Verspürst du eine gewisse Wehmut, dass der Verein nun nicht mehr in deinen Händen ist? Hermann: Der Verein ist nunmehr in guten Händen, was mein Bestreben war und ich werde auch anfänglich, wenn ich gebraucht werde, mit Rat und Tat zur Seite stehen. Was ich jedoch sagen möchte ist, dass ich mich bei mei- nen Freunden im alten Vorstand für die teilweise jahr- zehntelange, aufopfernde Mitarbeit herzlich bedanke und selbstverständlich dem neuen Vorstand sehr viel Erfolg wünsche. Renate: Abschließend darf ich dich bitten, erzähl' uns ein bisserl etwas Privates, mit welchen Hobbies wirst du deine Freizeit genießen? Hermann: Ich werde die Zeit mit meiner Familie genießen. Ich arbeite mit Freude im Garten, gehe gerne in die Therme und beschäftige mich hobbymäßig in meiner Werkstatt. In einem Haus ist immer viel zu tun. Renate: Aber wenn ich in dein Büro schaue, du bist so toll organsiert, hast sämtliche Unterlagen und Ordner auf einen Griff, das wirst du doch weiterführen? Hermann: Ja natürlich, das ist auch viel Arbeit. Ich hab' eines der größten Archive von CDs, ca. 2000 Stück nur rund ums Wienerlied. Z. B. Originalschellacks von Alexan- der Giradi usw. Vieles wollte auch schon die National- bibliothek, aber vorerst behalte ich meine Schätze. Archiviert habe ich viele Erstausgaben von Noten z. B. von Stolz, Strauß, Lehár usw. das war immer mein Hobby, für das ich seinerzeit sehr viel Geld ausgegeben habe. Renate: Lieber Hermann, so wie ich das beurteilen kann, ist dein „Ruhestand" ein sehr bewegter und aktiver. Ich möchte mich herzlichst für dieses freundschaftliche Gespräch bedanken und freue mich, dich immer wieder bei den Veranstaltungen der „Echten Weaner" zu treffen. © Renate Lechner