Renate Lechner Liebe Augustin-Freunde! Für diese Ausgabe konnte ich - dankenswerter Weise - als Interviewpartner den Generaldirektor der Autoren, Komponisten und Musikverleger und Geschäftsführer der austro mechana (AKM & austro mechana), Dr. MMag. Gernot Graninger MBA gewinnen. Die AKM & austro mechana, vertritt die Urheberrechte der Autoren, Komponisten und Musikverleger. Als soge- nannte Verwertungsgesellschaften sorgen sie dafür, dass die Musikurheber und Musikverleger zu ihren Tantiemen kommen. Das heißt, hinter jedem Lied steckt ein Kom- ponist und/oder ein Textautor, die ihr geistiges Eigentum nicht nur schützen - sondern wenn ihre Musikstücke bei diversen Veranstaltungen, im Radio, Fernsehen oder In- ternet aufgeführt werden, auch eine faire Bezahlung er- halten wollen. Der Slogan der AKM & austro mechana besagt aussage- kräftig: „Weil Musik etwas wert ist". RL: Sie sind seit 2006 Generaldirektor der AKM und seit 2013 Geschäftsführer der austro mechana. Auf welche Neuerungen bzw. Veränderungen in Ihrer Ara sind Sie be- sonders stolz? GG: Die Marktbedingungen verändern sich immer rascher und sie werden zunehmend härter. Ich denke, dass es mir gemeinsam mit dem Vorstand der AKM gelungen ist, die AKM in dem sich verändernden Umfeld gut zu positio- nieren und für den sich bereits deutlich abzeichnenden Wettbewerb im europäischen Feld fit zu machen. Das ist nur durch eine optimale Balance von Qualität und Kosten zu erreichen. Ein wichtiger Aspekt dabei sind Maßnahmen zu Prozessoptimierungen, unterstützt durch den Einsatz leistungsfähiger und moderner Informationstechnologien. Eine große, aber sinnvolle und notwendige Veränderung war die Übernahme der austro mechana als Tochter- gesellschaft durch die AKM im Jahr 2013 mit der dadurch verbundenen Verschlankung der Organisationsstruktur. RL: Wer bzw. wie, kann man Mitglied (Tantiemenbezugs- berechtigter) der AKM werden und warum tritt man nicht AKM und austro mechana in einem bei? GG: Der Beitritt ist ganz unkompliziert. Interessierte Kom- ponistinnen und AutorInnen von bereits mit einer Kompo- sition verbundenen Musiktexten nutzen dazu am besten das Onlineservice Aufnahmeantrag. Die Beitrittsinteres- sentinnen erhalten automatisch auch die Beitrittsunter- lagen der austro mechana. Man kann daher der AKM und der austro mechana in einem Schritt beitreten; dass zwei Wahrnehmungsverträge zu unterschreiben sind, hat rechtliche Gründe. RL: Wie vermeidet man Verletzungen der Urheberrechte z. B. durch „YouTube", bzw. wie kommt ein Musikschaf- fender dessen Werke auf dieser Plattform verwendet wer- den, zu seinen Tantiemen? GG: Urheberrechtsverletzungen lassen sich dadurch ver- meiden, dass man das geistige Eigentum anderer res- plaudert mit... pektiert. Das gilt auch im Internet. Sobald Rechte Dritter berührt werden, braucht man die vorherige Zustimmung dieser Rechteinhaberlnnen, um das Video auf YouTube hochladen zu dürfen. AKM und austro mechana rechnen die Tantiemen an die Musikschaffenden auch im Bereich Online in der Regel auf der Basis von Nutzungsmeldun- gen ab, so z. B. auch bei YouTube. RL: Viele Menschen fühlen sich vom ORF in der Verbrei- tung heimischer Musik unterreprasentiert - speziell Wie- nerisches wird benachteiligt. Wie stehen Sie dazu? GG: Jedes Bundesland und viele Regionen in Österreich haben ihre ganz typischen musikalischen Traditionen und Weisen, so wie z. B. Wien sein Wienerlied. Die Pflege regionalen Kulturgutes ist sehr wichtig fur die Menschen in den Regionen wie auch für die kulturelle Vielfalt. Mit sei- nen neuen Landesstudios stehen dem ORF hier optimale Möglichkeiten zur Verfügung. RL: Uns liegt besonders das Wienerlied am Herzen. Wie sehen Sie die Zukunft des oft totgesagten, aber immer wieder durch engagierte junge Leute zum Leben erweck- ten Kulturgutes? Mögen Sie Wienerlieder? GG: Das Wienerlied kann auf eine sehr lange Tradition zurückblicken und erfreulicherweise wird dieses Kulturgut nicht nur nach wie vor gepflegt, sondern entstehen in die- sem Musikgenre auch immer wieder neue Lieder. Solange junge Menschen dafür begeistert werden können, sehe ich eine hoffnungsfrohe Zukunft für das Wienerlied. Was mich selbst betrifft: Ich bin zwar kein geborener Wiener, mein Vater aber schon, aber ich gehe gerne ab und zu zum Heurigen und genieße es sehr, wenn dort Wienerlie- der, selbstverständlich live, gespielt werden. RL: Welche Musikrichtung bevorzugen Sie privat bzw. bei welcher Musik können Sie am besten entspannen? GG: Ich bin grundsätzlich sehr offen was Musik betrifft und interessiere mich für alle Musikrichtungen - Volks- musik, Schlager und volkstümliche Musik und Klassik. Zum Entspannen bevorzuge ich die „gute alte klassische RL: Dürfen wir noch ein bisserl in Ihr Privatleben blicken - haben Sie Familie, würden Sie uns Ihre Hobbies verraten, spielen Sie ein Instrument? GG: Ja ich habe Familie mit einer 5-jährigen Tochter. Ich spiele seit vielen Jahren Geige, eine Beschäftigung, für die ich leider nicht genug Zeit finde. Musik wird für mich mit zunehmendem Alter immer wichtiger, weil sie wie sonst keine Kunstgattung eine so unmittelbare Annäherung zum Geheimnisvollen und Unergründlichen bietet. Lieber Herr Generaldirektor, ganz herzlichen Dank